Beitragssatz für die gesetzliche Pflegeversicherung

Pflegeversicherung gesetzliche pflege
2013 sind die Beiträge zur sozialen Pflegeversicherung gestiegen

Die Pflegeversicherung ist seit 1995 die fünfte Säule der Sozialversicherung in Deutschland. Seither sind auch die Leistungen im Versicherungsfall gesetzlich festgeschrieben.

Aufgrund des demografischen Wandels mussten immer wieder Beitragsanpassungen vorgenommen werden. Betroffen von solchen Anspassungen waren z.B. zum 1. April 2004 die Rentner. Bis zu diesem Zeitpunkt wurden die Beiträge zu 50 Prozent von der Rentenversicherung getragen. Heute zahlen Rentner ihren Beitrag zur Pflegeversicherung in voller Höhe alleine. Eine weitere Beitragsanpassung wurde bei Kinderlosen vorgenommen. Seit dem 1. Januar 2005 zahlen Personen ohne eigene Kinder (nach Eheschließung auch Stiefkinder oder Adoptivkinder) einen Zuschlag zur Pflegeversicherung von 0,25 Prozent ihres Einkommens.  

Achtung
Beachten Sie die Pflegelücke

Die Beitragssätze gelten ausschließlich für die soziale Pflegeversicherung. Diese sichert nur einen Teil der tatsächlichen Pflegekosten ab! Die verbleibende "Pflegelücke" kann nur durch eine private Vorsorge geschlossen werden.

Pflegelücke schließen durch private Pflegeversicherung

Beitrag zur sozialen Pflegeversicherung 2014/2015

Seit der Pflegereform der Großen Koalition im Jahr 2008 besteht für die Versicherten der gesetzlichen Pflegeversicherung ein allgemeiner einheitlicher Beitragssatz. Dieser liegt für 2014 bei 2,05 Prozent des versicherungspflichtigen Einkommens. Davon zahlt der Arbeitnehmer 1,025 Prozent des versicherungspflichtigen Einkommens und der Arbeitgeber ebenfalls 1,025 Prozent. Zu beachten ist dabei allerdings die Beitragsbemessungsgrenze. Diese liegt bei 4.050 Euro monatlich. Ab diesem Einkommen wird der Beitrag gedeckelt, steigt also trotz höherem Einkommen nicht mehr an. Die maximale Beitragshöhe zur Pflegeversicherung für einen Angestellten liegt daher bei 80,72 Euro monatlich, von denen er 40,36 Euro selbst zahlt.

Beitragszuschlag für Kinderlose

Schon seit dem 1. Januar 2005 zahlen Versicherte ohne eigene Kinder, Stief- oder Pflegekinder einen erhöhten Beitrag. Deren Beitragssatz erhöht sich um 0,25 Prozent des versicherungspflichtigen Einkommens. Diese Erhöhung muss allein von dem Versicherten getragen werden. Ein kinderloser Angestellter zahlt daher 2,3 Prozent seines Einkommens.

Übersicht der prozentualen Beiträge

Personengruppe Versicherter Arbeitgeberanteil
Angestellte außerhalb Sachsens Prozentsatz 1,025 % 1,025 %
max. Beitrag 40,36 € 40,36 €
Rentner Prozentsatz 2,05 % -
max. Beitrag 80,72 € -
freiwillig Versicherte Prozentsatz 2,05 % -
max. Beitrag 80,72 € -
Angestellter im Freistaat Sachsen Prozentsatz 1,525 % 0.525 %
max. Beitrag 60,05 € 20,67 €
Zuschlag für Kinderlose Prozentsatz + 0,25 % -
max. Beitrag + 9,84  € -
ab 1.1.2015
Die Pflegestärkungsgesetze

Ab 1.1.2015 wird sich in der deutschen Pflegeversicherung viel ändern. Dazu wurden vom Bundestag die Pflegestärkungsgesetze auf den Weg gebracht. Das erste wird im kommenden Jahr in Kraft treten. Alle Leistungssätze werden erhöht, so erhalten Pflegebedürftige für Pflegehilfsmittel künftig zum Beispiel 40 statt 31 Euro im Monat. Zudem werden die Zuschüsse für den barrierenfreien Umbau von Wohnraum auf bis zu 4.000 Euro steigen. Auch die Angehörigen und die Pflegekräfte sollen gestärkt werden. So soll es mehr Betreuungskräfte in den Pflegeheimen geben und die Bürokratie soll verringert werden. Um all das zu finanzieren wird der Beitrag zur Pflegeversicherung um 0,3 Prozent zum 1.1.2015 ansteigen.

In Planung befindet sich außerdem das Pflegestärkungsgesetz 2. Dies soll einen neuen Pflegebedürftigkeitsbegriff bringen und die Pflegestufen auf fünf Pflegegrade erhöhen.

Gleitzone in der Pflegeversicherung

Für Geringverdiener mit einem Einkommen von maximal 450,01 bis 800,00 Euro bestehen keine vollen Abgaben an die Sozialversicherungen. In dieser sogenannten Gleitzone steigt der Arbeitnehmerbeitragssatz linear an. Zur Berechnung wird eine Formel genutzt, in der 30 Prozent dem durchschnittlichen Beitragssatz aller Sozialversicherungen aller Versicherten gegenübergestellt wird. So entsteht zur Betrachtung der Sozialabgaben ein geringeres Einkommen als eigentlich erzielt wird. Der Beitragssatz für den Arbeitgeber bleibt auch in der Gleitzone wie gehabt.

Beispiel

Pflegeversicherung in der Gleitzone

Berechnung der Bemessungsgrundlage

Formel: F * 450 + ([850/(850-450)] - [450/(850-450)] * F) * (Arbeitsentgelt - 450)

Faktor F (2013): 0,7605

Vereinfachte Formel: 1,2694375 * Arbeitsentgelt - 229,02187

=Bemessungsgrundlage für Sozialversicherungsbeiträge

Beispiel:

Monatl. Brutto-Einkommen: 600 €

Bemessungsgrundlage: 532,64 €

Gesamtbeitrag Pflegeversicherung (2.05% von 532,64 €): 10,92 €

Arbeitgeberanteil (1,025% von 600 €): 6,15 €

Arbeitnehmeranteil: 10,92 € - 6,15 € = 4,77 €

Letzte Aktualisierung: 18.09.2014 - Antonia Hermann

Erstattung der Pflegekosten

Pflegebeitrag für Sachsen und Rentner

Kosten für Privatversicherte

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