Pflegegeld und Sachleistungen: Leistung der Pflegeversicherung

Pflegegeld Leistungen
Für die Leistungen aus der Pflegeversicherung sind unterschiedliche Kriterien entscheidend

Tritt ein Pflegefall in der Familie ein, stellt sich für die Beteiligten die Frage der Pflegemöglichkeiten. Allgemein wird zwischen vollstationärer, teilstationärer, häuslicher und Kurzzeitpflege unterschieden, wobei eine Kombination der Varianten möglich ist. Dabei spielt die anerkannte Pflegebedürftigkeit eine große Rolle.

Die Pflegeversicherung gewährt den Versicherten nach Feststellung der Pflegestufe durch ein Gutachten des Medizinischen Dienstes der Krankenversicherung (MDK) entweder Geld- oder Sachleistungen. Möglich ist auch eine Kombination aus den beiden Leistungen.

Achtung Pflegelücke!
Sämtliche unten aufgeführten Leistungen decken die tatsächlichen Pflegekosten nur zum Teil. Um die Lücke zu schließen, benötigen Sie eine zusätzliche private Pflegeversicherung.

Pflegegeld bei Pflege durch einen Laien

Das Pflegegeld wird im Falle einer häuslichen Betreuung durch Laien an den Versicherten ausgezahlt. Dies kann z.B. ein Angehöriger sein, der Pflegezeit in Anspruch nimmt. Es muss sich bei den privat pflegenden Personen also nicht zwingend um Angehörige des Pflegebedürftigen handeln. Der Versicherte kann dann entscheiden, ob er die Summe als Anerkennung an die Pflegeperson weitergibt oder die Versorgung des Haushalts finanziert werden sollen.

Hintergrund
Veränderungen durch das Pflege-Neuausrichtungs-Gesetz

Durch das Inkrafttreten des Pflege-Neuausrichtungs-Gesetzes zum 1. Januar 2013 erhalten erstmals auch Personen mit eingeschränkter Alltagskompetenz für die Pflege in Pflegestufe 0 Leistungen. Zusätzlich können sie auch die volle Verhinderungspflegeleistung (1.550 € im Jahr), Zuschüsse für genehmigte Wohnungsanpassungen (max. 2557,00 €) sowie technische Pflegehilfsmittel wie beispielsweise ein Hebelifter oder ein Pflegebett erhalten. Zudem wurden in den Pflegestufen I und II Pflegegeld und Pflegeleistungen erhöht. Pflegebedürftigen wird diese Erhöhung aber nur zugesprochen, wenn ein erheblicher Betreuungsbedarf nachgewiesen wurde. Zuvor hatten nur Personen in den Pflegestufen I bis III Anspruch auf diese Leistungen.

Die Pflegestärkungsgesetze ab 2015

Auch zum 1.1.2015 gibt es wieder Änderungen in der deutschen Pflegeversicherung. So hat das Kabinett am 28.05.2014 das Pflegestärkungsgesetz beschlossen. Im kommenden Jahr tritt der erste Teil in Kraft, ein zweiter Teil mit der Änderung des Pflegebedürftigkeitsbegriffes und den fünf neuen Pflegegraden ist noch in Arbeit und wird später folgen.

Unterschiedliche Leistungen der Pflegekasse bei häuslicher Pflege

Bei der häuslichen Pflege durch einen Laien hat der Gesetzgeber folgendes Pflegegeld festgelegt:

Pflegestufe Pflegegeld 2014 Pflegegeld 2015
"0"/ eingeschränkte Alltagskompetenz 120 € / Monat 123 € / Monat
I 235 € / Monat 244 € / Monat
I + eingeschränkte Alltagskompetenz 305 € / Monat 316 € / Monat
II 440 € / Monat 458 € / Monat
II + eingeschränkte Alltagskompetenz 525 € / Monat 545 € / Monat
III * 700 € / Monat 728 € / Monat

* keine Unterscheidung bei eingeschränkter Alltagskompetenz oder im Härtefall

Sachleistungen zur Finanzierung eines ambulanten Pflegedienstes

Nicht in jedem Fall kann die Pflege durch einen Angehörigen oder einen anderen Laien organisiert werden. Nicht notwendigerweise ist dann die Unterbringung in einem Pflegeheim notwendig. Die häusliche Pflege durch einen ambulanten Pflegedienst kann über die Sachleistungen finanziert werden.

Pflegestufe Pflegesachleistungen 2014 ab 2015
"0"/ eingeschränkte Alltagskompetenz 225 € / Monat 231 € / Monat
I 450 € / Monat 468 € / Monat
I + eingeschränkte Alltagskompetenz 665 € / Monat 689 € / Monat
II 1.100 € / Monat 1.144 € / Monat
II + eingeschränkte Alltagskompetenz 1.250 € / Monat 1.298 € / Monat
III ** 1.550 € / Monat 1.612 € / Monat
III + Härtefall ** 1.918 € / Monat 1.995 € / Monat

** keine Unterscheidung bei eingeschränkter Alltagskompetenz

Kombination aus Pflegegeld und Sachleistungen

Sachleistungen und Pflegegeld können in vielen Fällen kombiniert werden, beispielsweise wenn eine Pflegekraft nur stundenweise benötigt wird und ein Großteil der Pflege von den Angehörigen übernommen wird. In diesem Fall wird der Pflegedienst direkt von der Pflegeversicherung bezahlt und ein prozentualer Betrag als Pflegegeld zur eigenverantwortlichen Verwendung an den Versicherten überwiesen.

So kommt es, dass Pflegebedürftige am Ende vielleicht sogar mehr Leistungen erhalten. Dazu ein Beispiel:

Ein Pflegebedürftiger in der Pflegestufe III hat einen Anspruch auf 700 Euro Pflegegeld beziehungsweise auf Sachleistungen in Höhe von 1.550 Euro im Monat. Zur Unterstützung am Morgen kommt ein Pflegedienst nach Hause, der im Monat 310 Euro kostet. Das entspricht 20 Prozent der Pflegesachleistungen und damit hat der Versicherte noch einen Anspruch auf 80 Prozent des Pflegegeldes. Er erhält also weitere 560 Euro ausgezahlt. Insgesamt erhält er also nun Leistungen in Höhe von 870 Euro im Monat.

Stationäre Pflege als letzter Ausweg

In schweren Pflegefällen oder wenn keine Pflegeperson zur Verfügung steht, bleibt eine stationäre Pflege häufig als letzter Ausweg. Auch hier hat der Gesetzgeber Sachleistungen formuliert, die in Abhängigkeit von der Pflegestufe zur Finanzierung von Pflegeheimen herangezogen werden.

Pflegestufe Sachleistungen bei stationärer Pflege 2014 ab 2015
I 1.023 € / Monat 1.064 € / Monat
II 1.279 € / Monat 1.330 € / Monat
III 1.550 € / Monat 1.612 € / Monat
III + Härtefall 1.918 € / Monat 1.995 € / Monat
Letzte Aktualisierung: 24.07.2014 - Antonia Hermann

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