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Die Pflegeversicherung in der Bundesrepublik Deutschland

Seit 1995 gilt die Pflegeversicherung als fünfte Säule der Sozialversicherung. Sie wurde unter einer christlich-liberalen Koalition eingeführt, um alle Bürger der Bundesrepublik Deutschland gegen das Risiko einer Pflegebedürftigkeit abzusichern. Keine Person sollte im Pflegefall allein dastehen und abhängig von Sozialhilfe sein.

Die Pflegeversicherung kann als Parallele zur Krankenversicherung gesehen werden. Der Versicherer zur Krankenversicherung ist Träger der Pflegeversicherung. Aber anders als in der Krankenversicherung hat der Gesetzgeber die Leistungen und Beiträge zur privaten Pflegepflichtversicherung streng reglementiert. Daher gibt es keine Unterschiede zwischen der gesetzlich-sozialen Pflegepflichtversicherung und der privaten Pflegepflichtversicherung. Von einer Zweiklassen-Medizin kann in dieser Sozialversicherung deshalb keine Rede sein. Beide sind als Teilversicherung konzipiert und übernehmen demnach anfallende Pflegekosten nicht vollständig.

Info-Video: So funktioniert die Pflegeversicherung in Deutschland

Aktuelle Nachrichten zur Pflegeversicherung

 
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Die Pflegereform: Großer Umbau der Pflegeversicherung

Die aktuelle Regierung arbeitet 2014 wieder an einer Reform der Pflegeversicherung ("Pflegestärkungsgesetze"), denn der demografische Wandel macht dies notwendig. Der Gesetzesentwurf liegt bereits vor und wird erwartungsgemäß zum 1.1.2015 inkrafttreten. Die wichtigsten Eckpunkte:

  • Erhöhung des Beitrags: der Beitragssatz steigt um 0,3 Prozentpunkte. Zwei Drittel davon sollen für Leistungsverbesserungen genutzt werden. Bis Ende 2017 soll der Beitrag dann noch einmal um 0,2 Prozentpunkte angehoben werden.
  • Einrichtung eines Pflegeversorgungsfonds: Ein Teil der Beiträge fließt künftig in einen Fonds, der als Rücklage für die Zukunft dienen soll. 
  • Verbesserte Leistungen und Pflegegeld: Die Leistungen werden um 4 Prozent erhöht.
  • Stärkung der Pflege zu Hause: Angehörige werden bei der Pflege stärker unterstützt.
  • Mehr Pflegestufen/Pflegegrade: Der Weg soll wegführen von der "Minutenpflege" und eine neue Definition der Pflegebedürftigkeit bringen. Statt 3 Pflegestufen soll es bald 5 Pflegegrade geben. Der Zeitpunkt der Einführung ist aber noch ungewiss.
  • Verbesserte Vereinbarkeit von Pflege und Beruf
  • bessere Bezahlung der Pflegekräfte 

Reformen unter Schwarz-Gelb

Der demografische Wandel rückte schon unter Schwarz-Gelb immer mehr in den Fokus von Experten. Doch wohl kaum eine Sozialversicherung leidet so sehr unter der Last der Verschiebung der Alterspyramide wie die Pflegeversicherung. Aktuelle wissenschaftliche Kalkulationen und Statistiken zur Pflege offenbaren, dass sich die Zahl der Pflegebedürftigen bis zum Jahr 2050 auf vier Millionen erhöhen wird - und das bei immer weniger Beitragszahlern.

Eine echte Umgestaltung der Finanzierung war lange Zeit der Plan in der schwarz-gelben Regierung doch zu einem gemeinsamen Konsens kam es nie. Beide Koalitionspartner konnten jedoch ihre Minimalziele durchsetzen. So gibt es seit dem Jahresbeginn 2013 staatlich geförderte Pflegezusatzversicherungen nach Vorbild der Riester-Rente ("Pflege-Bahr"). Gleichzeitig wurde der allgemeine Beitragssatz angehoben, um Mehrleistungen für Demenzkranke zu realisieren.

Letzte Aktualisierung: 03.06.2014 - Frank Geldschläger

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